Die Netzwerkkommunikation basiert bis heute auf dem EVA-Prinzip – Eingabe, Verarbeitung, Ausgabe. Auch
wenn die Datenuebertragung nahezu mit Lichtgeschwindigkeit erfolgt, entstehen durch die Verarbeitung an
verschiedenen Netzwerkknoten wie Routern oder Switches zwangslaeufig Verzoegerungen, sogenannte
Latenzen.
Diese werden unter anderem durch die Entfernung zwischen Sender und Empfaenger, die Bandbreite, das
Uebertragungsmedium, die Datenpaketgroesse und die Leistungsfaehigkeit der Signalverarbeitung
beeinflusst. In vielen Anwendungen – von Voice-over-IP ueber XR-Anwendungen bis hin zu industriellen
Steuerungssystemen – fuehren diese Verzoegerungen zu hoer- oder spuerbaren Beeintraechtigungen.
Vor dem Hintergrund der zunehmenden Digitalisierung, der Ausbreitung vernetzter Geraete im IoT-Umfeld
und der steigenden Bedeutung cyber-physischer Systeme ruecken diese Latenzen zunehmend in den Fokus der
Forschung.
In Bereichen wie Teleoperation, autonomer Maschinensteuerung, Echtzeitsimulationen, Finanztechnologie
und XR-basierter Zusammenarbeit kann eine Verzoegerung der Rueckmeldung gravierende Auswirkungen haben –
von Stoerungen im Arbeitsfluss bis hin zur Gefaehrdung von Menschenleben. Gleichzeitig sind die
zugrunde liegenden Netzwerke durch hohe Sicherheitsanforderungen meist komplex, was zusaetzliche
Latenzen verursacht, die mit heutigen technischen Mitteln kaum weiter reduziert werden koennen.